Begleitende Probleme

Schlafprobleme

Bei uns in letzter Zeit wieder akut, bin dadurch vorübergehend wiedermal zum "reactive cosleeper" geworden, wie ich gelernt habe.
Interessant nämlich: Intentional versus Reactive Cosleeping.

Mehr zum Schlaf:

Kleine Erniedrigungen im Alltag

Wir kennen sie zu genau, die herabwürdigenden Erfahrungen, die man in der Öffentlichkeit mit einem behinderten Kind manches Mal macht: sei es auf dem Spielplatz (die Oma, die meinte, ich würde mein Kind entführen), im Bus (die Mutter, die gefragt wurde: "Wer setzt ein behindertes Kind denn heute tatsächlich noch in die Welt?") oder im Zug (die Mutter eines gesunden Kindes, die mir sagte, mein Sohn habe schlechte Schwingungen für ihr Kind!). All solche Erfahrungen werden im Project Cleigh gesammelt.

Link zur Entstehung des Projektes: Little Acts of Degradation.

Vorhang zu

Es gibt Begleiterscheinungen des Autismus, die im Alltag oft zu starken Problemen führen. Dazu gehört in einigen Fällen eine Epilepsie, dazu gehören in vielen Fällen Auto-Aggression, Zwänge, Stereotypien, Verdauungsprobleme und nicht zuletzt Schlafprobleme (unklarer Tag-Nacht-Rhythmus, Einschlafprobleme, Durchschlafprobleme). Für manche der zahlreichen Begleiterscheinungen des Autismus habe ich ganz gute Lösungen gefunden und manche sind zum Glück (noch) nicht extrem ausgeprägt. Viele Probleme hatten wir mit dem Schlafen.

Nach unterschiedlichsten Versuchen, die das Ein- und Durchschlafen erleichtern sollten – von den üblichen Ritualen bis zur Gabe von Melatonin im Krankenhaus – hat mir eine selbst zugeschnittene und genähte Abdeckung am meisten geholfen. Egal, welche Vorhänge und Rollos ich vorher probierte, sie waren nie komplett dunkel, irgendwo kam immer noch ein bisschen Licht durch. Dann habe ich einfach den Stoff eines dicken, guten Verdunkelungsrollos ausgeschnitten, so dass er passgenau den Fensterrahmen bedeckt. Meine Tante hat Kreppband rings um den Stoff genäht und den anderen Teil des Krepp haben wir passgenau in der Stoffgröße auf den Fensterrahmen geklebt. Beide Kreppseiten sitzen bombensicher am Stoff respektive auf dem Fensterrahmen. Nun kann ich den Verdunkelungsstoff jederzeit auf den Fensterrahmen heften, andrücken – und da dann nirgendwo auch nur das kleinste bisschen Licht durchkommen kann, weil es überhaupt keine Spalten und Ritzen mehr gibt, wird es im Zimmer tatsächlich so dunkel, dass man absolut gar nichts mehr sieht, nicht die Hand vor Augen. Dadurch wird mein Sohn nun nicht mehr abgelenkt und angezogen von Lichtquellen und findet viel, viel besser zur Ruhe. Meiner Erfahrung nach ist genau das nämlich der Hauptgrund der Schlafprobleme: dass Autisten so schwer zu Ruhe finden, so schlecht abschalten können. Und das kleinste Licht ist da ein störender Faktor. Seit der selbstgemachten Abdeckung ist das Ein- und Durchschlafen bei meinem Sohn viel, viel besser geworden. Und das Anbringen und Entfernen ist morgens und abends innerhalb von Sekunden vollbracht. Hier ein Foto, das vielleicht noch besser verdeutlicht, was wir da gemacht haben:

Die Abdeckung, die endlich wieder Schlaf bringt.

[Phänomenal im übrigen auch ohne Autismus und nicht nur für Kinder.]

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