Donnerstag, 22. März 2007

Inkontinenz-Badehose (Workstation)

John passen selbst die größten Swimmer-Pampers nicht mehr, darum brauchen wir eine Inkontinenz-Badehose. Ich habe also beim Sanitätshaus Prüfrock angerufen, wo man mir sagte, ich müsse an einem der beiden allgemeinen Öffnungstage zu ihnen kommen. Das Geschäft liegt weit ab vom Schuss und ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass dort an den wenigen allgemeinen Öffnungstagen immer viele Besucher sind und man lange warten muss. Ich schlug also vor, dass ich ihnen zunächst schon einmal die ärztliche Verordnung zuschicke und sie mir einen Kostenvoranschlag machen, den ich dann bei der Krankenkasse einreiche. Mit John kommen muss ich ja eigentlich wirklich erst zum Abmessen für die Anfertigung.

Dazu ließ man sich nicht überreden. Ich müsse zuerst vorbeikommen und dann sage man mir, was genau auf der Verordnung stehen soll, damit sie so bewilligt wird, wie die Firma es wünscht. Als ich hartnäckig nach dem Preis einer Badehose fragte, sagte man, sie koste mindestens 185 Euro, aber bis zu 250 Euro.

In der Elterngruppe hatte ich gehört, dass einige Eltern sich die Inkontinenz-Badehosen über Geschäfte für Tauchbedarf besorgt und damit bessere Erfahrungen gemacht haben. Also googelte ich nach Tauchbedarf in Berlin und stieß ganz bei mir in der Nähe auf ein Geschäft. Dort liegt der Preis für eine handgefertigte Inkontinenz-Badehose bei 145 Euro.

Als nächstes rief ich bei der Heil- und Hilfsmittelabteilung der Krankenkasse an. Dort sagte man mir, dass die Krankenkasse maximal 175 Euro für dieses Hilfsmittel zahlt; der Rest sei Eigenbeteiligung. Ich berichtete von dem Sanitätshauspreis und davon, dass in dem anderen Geschäft die Hose bis zu 100 Euro günstiger sei, also zu einem Preis angefertigt wird, der keine Eigenbeteiligung erfordert. Die Krankenkasse kann aber nur Bewilligungen für Geschäfte ausstellen, die eine sogenannte IK-Nummer haben, eine Zulassung der kassenärztlichen Vereinigung. Man riet mir, doch lieber bei einem herkömmlichen Sanitätshaus zu bleiben.

Dann rief ich wieder das Geschäft für Tauchbedarf an und war sehr erfreut zu hören, dass sie tatsächlich eine IK-Nummer haben. Ich bekomme morgen von der Kinderärztin die Verordnung, und man ließ sich in dem anderen Geschäft problemlos darauf ein, dass ich ihnen die Verordnung schicke, woraufhin sie einen Kostenvoranschlag an die Krankenkasse richten werden. John und ich müssen dann nur zum Anpassen in das Geschäft kommen – und einen Termin bekommen wir auch noch dafür. Der Mann versicherte mir, dass wir binnen einer Viertelstunde fertig sein werden. Na geht doch alles!

Sanitätshäuser sind eine Pest. Schlechter Service und horrend überteuerte Preise. Im Zuge der Gesundheitsreform soll sich daran ja was ändern. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Für diejenigen, die für Inkontinenz-Badehosen bis zu 100 Euro Selbstbeteiligung sparen und dabei besseren Service bekommen möchten, empfehle ich in der Zwischenzeit die Workstation:

Workstation GmbH
Gottschedstraße 4
13357 Berlin
Tel.: 030 - 461 34 15

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