Eine Autistin berichtet über ihre Einschätzung der Autismustherapie
Bei den Recherchen zu einem Artikel, den ich über museumspädagogische Konzepte für Autisten schreibe, bin ich auf die autistische Künstlerin Angelika Empt aus Köln gestoßen. Hier kann man einen von ihr selbst rekapitulierten, sehr aufschlussreichen Bericht über ihre Entwicklung lesen:
"Im Rückblick haben alle Beratungen und Therapien, die den Versuch unternommen haben, meine autistische Abwehr mit Gewalt zu durchbrechen, mir sehr viel mehr geschadet als genutzt. Das, was ich gebraucht habe, war ein sehr behutsamer und langsamer Aufbau innerer Strukturen, um die autistische Mauer reduzieren zu können. Als ein gewaltsames Aufbrechen habe ich die ersten zwei Jahre meiner jetzigen Therapie nicht empfunden, sondern als einen sehr sanften, leisen, ruhigen und vorsichtigen Umstrukturierungsprozess. Der Hauptfehler, den alle anderen Therapien gemacht haben, hat darin bestanden, die autistische Abwehr mit Gewalt aufzubrechen, ohne sich die Mühe der Nachentwicklung, ohne sich die langwierige Arbeit zum Aufbau von inneren Persönlichkeitsstrukturen gemacht zu haben. Das gewaltsame Aufbrechen "autistischer Mauern" ohne den schrittweisen Aufbau eines inneren Persönlichkeitsgerüstes und ohne eine behutsame Verbreiterung der seelischen Standfläche hat wiederholt zu sehr schädigenden therapeutischen Katastrophen geführt, die mich im Rückblick um Jahre, wirklich um Jahre zurückgeworfen haben, weil sie nicht zu einer Reduzierung der autistischen Abwehr, sondern zu einem wiederholten Zusammenbruch von Ich-Grenzen geführt haben."
"Im Rückblick haben alle Beratungen und Therapien, die den Versuch unternommen haben, meine autistische Abwehr mit Gewalt zu durchbrechen, mir sehr viel mehr geschadet als genutzt. Das, was ich gebraucht habe, war ein sehr behutsamer und langsamer Aufbau innerer Strukturen, um die autistische Mauer reduzieren zu können. Als ein gewaltsames Aufbrechen habe ich die ersten zwei Jahre meiner jetzigen Therapie nicht empfunden, sondern als einen sehr sanften, leisen, ruhigen und vorsichtigen Umstrukturierungsprozess. Der Hauptfehler, den alle anderen Therapien gemacht haben, hat darin bestanden, die autistische Abwehr mit Gewalt aufzubrechen, ohne sich die Mühe der Nachentwicklung, ohne sich die langwierige Arbeit zum Aufbau von inneren Persönlichkeitsstrukturen gemacht zu haben. Das gewaltsame Aufbrechen "autistischer Mauern" ohne den schrittweisen Aufbau eines inneren Persönlichkeitsgerüstes und ohne eine behutsame Verbreiterung der seelischen Standfläche hat wiederholt zu sehr schädigenden therapeutischen Katastrophen geführt, die mich im Rückblick um Jahre, wirklich um Jahre zurückgeworfen haben, weil sie nicht zu einer Reduzierung der autistischen Abwehr, sondern zu einem wiederholten Zusammenbruch von Ich-Grenzen geführt haben."
wasweissich Therapieformen - 20. Sep, 10:38
